Im Dunkeln ist gut Funkeln

17.10.2021 17:00

Hach.. wie viele Jahre hab ich davon geträumt, ein Funkenmariechen zu sein. Wenn man jetzt mal von der auch damals schon nicht vorhandenen Sportlichkeit absieht (die in meinen Augen ja völlig überbewertet wird), ist so ein Hobby aber nicht unbedingt das Naheliegendste, wenn man im Norden Deutschlands aufwächst. Wir hier oben sind ja nun nicht unbedingt vorrangig für unsere frohsinnigen Gemüter, unsere Feierlaune und unsere Begeisterung für den Karneval bekannt. So musste ich immer mit der Fernsehübertragung der Rosenmontagsumzüge und einiger Prunksitzungen vorlieb nehmen. Von letzteren dachte ich früher übrigens immer, dass die wohl nur für Kinder stinklangweilig sein müssten. Dass ich die als Erwachsene noch schlimmer finden würde, hätte ich nicht gedacht. Tada, tada, tada.

 

Nichtsdestotrotz ist meine Begeisterung für die Tanzbeinschwingenden Mädchen geblieben, und vor kurzem durfte ich nun auch endlich mal ein Funkenmariechen sein.

 

Gut. Streng genommen... ..dass mit dem Tanzbein schwingen.. ..da muss ich passen. Ich hab das Ganze lieber wörtlich genommen und die Funken fliegen lassen!

 

Mit Stahlwolle Funken zu sprühen und in einer Langzeitbelichtung einzufangen, ist doch irgendwie, irgendwann, irgendwo ein Muss für jeden experimentierfreudigen Fotografen, oder? Ob schon oft gesehen und daher ein ausgelutschtes Motiv oder nicht, ich muss gestehen, auch auf meiner to-do-List stand es schon sehr lange drauf, bevor wir neulich endlich Nägel mit Köpfen gemacht haben.

 

Die Zutaten für das feurige Experiment lagen schon seit geraumer Zeit hier parat, und als mir vor Kurzem bewusst wurde, dass ich (noch) die perfekte Location für die Umsetzung quasi vor der Haustür habe, musste es nun endlich losgehen.

 

Nach dem Motto 

im Dunklen ist gut Funkeln 

brachen wir mit den feurigen Zutaten, passender Schutzausrichtung und reichlich Löschmitteln auf, um die Funken fliegen zu lassen.*

 

Die Umsetzung war dann gar nicht so einfach wie gedacht. Abgesehen davon, dass es für so eine „Lichtsituation“ kein Patentrezept für die passenden Einstellungen gibt und wir erst einmal gucken mussten, wie lange kann ich überhaupt belichten (also wie lange brennt eine Portion Stahlwolle in einem Durchgang?), wie weit fliegen die Funken, wie hell wird es insgesamt, hat sich die (als am besten geeignet angepriesene und nebenbei bemerkt teure) Stahlwolle als äußerst zickig herausgestellt. Die wollte einfach nicht wirklich glühen und Funken sprühen wie sie sollte, und das Schleudern war entsprechend schwer und anstrengend. Aber nachdem die erste Aufnahme geglückt war, waren wir natürlich Feuer und Flamme und konnten trotz der „Widrigkeiten“ nicht aufhören, bis die Stahlwolle aufgebraucht war. Obwohl. Das stimmt so gar nicht ganz. Wir hatten noch eine letzte Portion für eine letzte tolle Figur, die wir sogar vorher trocken geprobt haben, damit die auf jeden Fall gelingt, als das Feuerzeug versagt hat. Hmpf. Ein neues volles Feuerzeug. Wobei.. ich denke mal, das war gar nicht voll befüllt beim Kauf. Und wir haben das Material ja auch mühsam überzeugen müssen zu glühen, da es selbiges ja relativ hartnäckig verweigert hat. Ein zweites Feuerzeug war nicht mit an Bord. Anfängerfehler. Blöder 
Anfängerfehler. Passiert einmal uind danach garantiert nicht wieder!

 

So bleibt es erst einmal bei drei verschiedenen Figuren, die ich Euch präsentieren möchte:

 Der schnöde Kreis, das Lasso und die Salatschüssel. In der hierfür eigens erstellten Galerie Funkenflug.

 

 

 

 

*Selbstverständlich haben wir darauf geachtet, nichts und niemanden zu gefährden. Abgesehen davon, dass die Funken gewöhnlich eh nichts entzünden (ähnlich wie bei einer Wunderkerze), haben wir die Location direkt vorher eingehend abgesucht und uns vergewissert, dass keinerlei brennbare Materialien vorhanden sind. Außer etwas Dreck und Scherben lag dort nichts herum, und wir hatten tatsächlich reichlich Wasser und eine Löschdecke dabei. Das Ganze sieht etwas spektakulärer auf den Bildern aus als es ist. Das ist ja Sinn der Sache! ;-) 

Und ich möchte auch betonen, dass wir keinerlei Müll an diesem Ort hinterlassen haben!