Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt!

06.06.2021 15:30

 

Ich war SO viel unterwegs zum Fotografieren in letzter Zeit, dass ich kaum mit dem Entwickeln hinterher komme. Ja, ich gebe es zu, es wird sich einfach nie ändern, dass mir das Fotografieren vor Ort bedeutend mehr Spaß macht als die anschließende Arbeit am PC. Sichten, sortieren, entwickeln.. wuäh, ich finde das so lästig. Auch wenn die fertigen Fotos dann natürlich immer meistens ein Erfolgserlebnis sind.

 

Heute überspringe ich quasi erstmal ein paar der Ausflüge und muss Euch unbedingt von einem abendlichen Besuch der kleinen Schöpfmühle in Honigfleth berichten.

 

Derlei Motive in der näheren Umgebung sind ja relativ rar, und diese kleine hübsche Mühle stand schon seit Jahren auf meiner Wunschliste. Obwohl sie nun wirklich gut erreichbar ist für mich, bin ich aber einfach noch nicht hingekommen. Hat sich einfach noch nicht ergeben..

 

Als feststand, dass die Mühle nun endlich das Ziel (zweier Foto-Freunde und mir) werden sollte und wir darüber sprachen, dass es leichter ist, nachts ein beleuchtetes Gebäude zu fotografieren und so eine dunkle, unbeleuchtete Mühle ja auch nicht besonders spektakulär ist, kam direkt der Vorschlag, die einfach zu beleuchten. Wie praktisch, wenn aufgrund von DJ-Tätigkeit im Freundeskreis geniale Akku-LED-Strahler vorhanden sind. Die Idee, diese bekannte und sicherlich unzählige Male fotografierte Mühle, mal ganz anders in Szene zu setzen, war also geboren. Getreu dem Motto „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ muss man sich die besten Fotobedingungen vielleicht einfach mal selbst schaffen und sich nicht immer mit den schnöden Gegebenheiten zufrieden geben. Hihi.

 

So machten wir uns also mit noch umfangreicherem Gepäck als üblich auf nach Honigfleth.

 

Das Wetter war an dem Tag ziemlich bescheiden, aber wir waren trotz des echt dürftigen Sonnenuntergangs ja schon glücklich, dass es – anders als tagsüber – überhaupt trocken blieb. Vob oben jedenfalls. Und unser Hauptmotiv sollte ja sowieso erst in der Dunkelheit entstehen.

 

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war das geplante Unterfangen nicht ganz so einfach umzusetzen als gewünscht (oder gedacht), und das trotz vorheriger Recherche in google Maps. Wir hätten uns vor Ort gern ein kleines Boot gewünscht, das uns mal eben über das viele Wasser bringt. So war mein ausgesuchter Standort überhaupt gar nicht erreichbar, und die Mühle dann zu später Stunde von vorn ablichten zu können, erforderte erstens einen 15 minütigen Fußmarsch über dunkle Kuhweiden (ums Wasser herum) und zweitens, dass ein „Opfer“ zurückblieb, um sich um die Lampen zu kümmern.

 

Panikattacken wegen leuchtender (reflektierender) Kuhaugen und Wassereinbruch in den Stiefeln zum Trotz, hatten wir extrem Spaß an dem Abend und haben uns durch alle widrigen Umstände gekämpft. Ich glaub, ich hab mindestens 200 Kuhfladen - Gott sei Dank erfolgreich - umschifft. Außerdem wurden wir von unserem extrem geduldigen Chef-Beleuchter durch mehrere Positions- und Farbwechsel der Lampen mit einer wirklich tollen Szenerie belohnt. Dass dann auch noch die Wolkendecke immer weiter aufriss und dadurch mehr und mehr Sterne hervorkamen und zu guter Letzt noch kleine Wetterleuchten sichtbar wurden, war einfach die sprichwörtliche Kirsche auf der wirklich fetten Sahnehaube.

 

Und diejenige von uns, die am Anfang sofort sagte: „Lasst uns die Mühle aber bitte nur in weiß beleuchten, bloß nicht so kitschig bunt“, wer kann das bloß gewesen sein - findet jetzt die farbigen Bilder natürlich selbst am geilsten.

 

Es sind so tolle – ANDERE – Bilder von der kleinen Schöpfmühle entstanden, da sind wir schon ein kleines bisschen stolz drauf. Büschen mehr als kleines bisschen eigentlich um ehrlich zu sein. Wir immer kann man sich über die (technische) Qualität der Aufnahmen streiten, aber sie sind definitiv und unstrittig etwas Besonderes und mal wieder mit Emotionen verbunden.

 

Und da uns dieses kleine Spektakel wirklich sehr gut gefallen hat, wird es sicher auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir etwas Beleuchten. Fotografie ist ja schließlich Malen mit Licht.

 

Die Bilder, auf die Ihr jetzt hoffentlich neugierig genug seid, gibt es hier: Stadt-Land-Fluss